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„Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen verstanden, bei der die
angegriffene Person unterlegen ist (1) und von einer oder einigen Personen
systematisch, oft (2) und während längerer Zeit (3) mit dem
Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis (4) direkt oder indirekt angegriffen wird und dies
als Diskriminierung empfindet.“
(Leymann)
Wer an seinem Arbeitsplatz von Mobbing betroffen ist, benötigt oftmals als erstes eine umfassende Analyse über seine berufliche und persönliche Situation. Geprägt von starken Gefühlen wie „Angst“, „Wut“, „Enttäuschung“, „Minderwertigkeitsgefühlen“... ist eine eigenständige rationelle Beurteilung der Situation oftmals gar nicht möglich. Gut gemeinte Ratschläge von Partner und Freunden gibt es genug, aber warum können Sie meist von Betroffenen nicht umgesetzt werden?
Weil Betroffener und befreundete bzw. verwandte Ratgeber letztlich
gefühlsmäßig verbunden sind, oftmals neben, dem notwendigen
Fachwissen, das Verständnis fehlt oder es aufgrund der Dauer der
belastenden Situation verloren ging.
Woran erkenne ich eine gute Mobbing- und Konfliktberatung?
Die Inanspruchnahme einer Mobbingberatung ist keine Geldverschwendung. „Mobbingberater“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung, ebenso wenig wie „Lebensberater“, die in allen möglichen Lebenssituationen beraten.
Der Fortbildungsmarkt boomt bei der Erlangung aller möglichen
Diplome und Zertifikate, letztlich aber ist jeder Berater auch
"nur" ein Mensch, der erworbenes Wissen umsetzt - oder es
nicht umsetzen kann oder es nicht "passend" umsetzt.
Entscheidend ist also auch die Persönlichkeit eines Beraters. Oder
kennen Sie das nicht, dass man mit einem Arzt, Rechtsanwalt oder
Therapeuten irgendwie "nicht klar kommt"?! Daher
1. Suchen Sie möglichst nach einem Spezialisten. Nutzen Sie dabei den Erfahrungsaustausch von
kostenlosen Selbsthilfegruppen über Therapien und Therapeuten, Berater und Rechtsanwälte, Seminare und Institutionen.
Kostenlose Selbsthilfegruppen sind i.d.R. von Krankenkassen gefördert, stets ehrenamtlich geleitet von Betroffenen für
Betroffene.
2. Wenn Sie eine Mobbingberatung in Anspruch nehmen, dann machen Sie sich während des Beratungsgesprächs Notizen oder fragen nach einer schriftlichen Auswertung.
Überlegen hinterher, in welchen Punkten Ihnen die Beratung wirklich weitergeholfen hat. Sprechen Sie auch mit Dritten über die Beratung: Wie ist der Eindruck Außenstehender? Eine weitere Geldausgabe lohnt nur, wenn die Beratung
für Sie wirklich ihr Geld wert war.
3. Ein Mobbingberater sollte unter Verweis auf die o.g. Definition
zumindest
- Ihre Stellung im Unternehmen, die Organisation Ihres Arbeitsplatzes und die bestehenden
Konflikte analysieren,
- Ihre aktuelle rechtliche Situation erfassen,
- Ihre gesundheitliche Verfassung sachlich bewerten und unter dieser Berücksichtigung
- erste Möglichkeiten auf dem Weg zur Problemlösung eröffnen.
4. Vorsicht wenn Berater vermitteln, alles zu wissen. Diplome, Seminarteilnahmen, Zertifikate etc. weisen zwar unstreitig auf besondere Qualifikationen hin, fragen Sie jedoch auch nach Kenntnissen aus den Bereichen „Recht“ und „Gesundheit“ und nach den Erfahrungen des Beraters im Umgang mit Mobbingopfern bevor Sie sich auf eine Beratung einlassen.
Haben Sie nach einer Erstberatung ein "ungutes Gefühl",
dann verlassen Sie sich darauf - und suchen lieber weiter. Oder
holen Sie sich zumindest parallel einen zweiten Rat zum Vergleich
bzw. besprechen Sie das Ergebnis der Beratung in einer
Selbsthilfegruppe.
5. Eine Beratung, die Ihnen letztlich nur eine Lösung präsentiert, ist ihr Geld nicht wert. Ein guter Berater
erfasst umfassend Fakten, bewertet sachlich die Situation,
weißt Möglichkeiten auf, erteilt aber keine bloßen
Ratschläge.
„Jemand spielt einem übel mit und man spielt wohl oder übel mit“ (Neuberger)
Um das Spiel zu durchschauen und aktiv wieder „mitspielen“ zu können, benötigen Gemobbte oft eine gute Begleitung. Ein Mobbingberater lässt Sie
methodisch Ihren Weg selber finden – immer unter Berücksichtigung der aktuellen rechtlichen Situation und des gesundheitlichen Zustandes
(Mobbing entwickelt sich „im Laufe der Zeit“). Er
- eröffnet Ihnen Wege, um das außerberufliche soziale Umfeld zu stärken,
- analysiert die Beziehungen und Rollen der Beteiligten
- bewertet die Rolle von Dritten und Außenstehenden,
- erfasst Ziele und Taktik des Mobbers,
- hilft Ihnen Ihr Ziel festzulegen,
- entwickelt mit Ihnen eine (Gegen-)Strategie,
- unterstützt Sie bei der Entwicklung Ihrer kommunikativen Fähigkeiten
- erkennt den Zeitpunkt und die Art des Bedarfs auf zusätzliche Unterstützung und macht entsprechende
Angebote (also Vorsicht, wenn jemand "alles kann").
Ein Mobbingberater ist kein Therapeut! Er betreibt keine „Ursachenforschung“ – und sollte es auch nicht!
Richten Sie sich in diesem Fall besser nach Empfehlungen Ihrer
Krankenkasse.
Ein Mobbingberater ist kein Rechtsanwalt! Er verfügt über Basiswissen,
Erfahrungswerte und erhält im günstigsten Falle fortlaufend
neueste Urteile bei Mobbing. Das kann aber letztlich kein
Jurastudium ersetzen.
Er stellt eine oftmals sinnvolle Ergänzung zum Rechtsanwalt, Therapeuten und zur Selbsthilfegruppe
dar.
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